Aufstiegsgeschenk nach 2,5 Saisons

Es muss gegen 16:50 Uhr gewesen sein als unsere 1. Mannschaft am 7. Mai 2017 den Abstieg besiegelte und erneut den Gang in die Kreisliga A antreten musste. Das zu dieser Zeit von Muris Mujkanovic betreute Team war soeben gegen den Tabellenvierten SV Drensteinfurt mit 3:0 untergegangen und verspielte somit eine nur noch sehr kleine Restchance auf den Klassenerhalt. Eine völlig verkorkste Saison ging mit drei weiteren Niederlagen zu Ende.
Das bei uns ein großer Umbruch bevorstehen wird, stand aber bereits deutlich früher fest. Anfang März wurden Patrick Hund und Alexander Vogt als Nachfolger von Mujkanovic präsentiert. Ebenso erfolgte Ende März die Info, dass Jens Heusener ab sofort die sportliche Leitung bei uns übernehmen wird. Das Vorstandsteam um Markus Röser setzte in diesen Wochen alle Zeichen auf Zukunft, denn am 9. April informierte der Vorsitzende die Mitglieder über „ein Sport-Kita-Projekt“. Damals wusste wohl niemand wie viel Auftrieb uns diese Maßnahme verleihen würde.
Zurück zum Sport: 14 neue Spieler formierten sich zum Saisonauftakt 2017 in unserem Marienstadion. Eine klare Zielsetzung für die Saison 2017/2018 gab es nicht. Es zeigte sich aber jedoch ohnehin schnell, dass wir zwar mit allen Teams der Liga mithalten können, aber in dieser Saison wohl niemand der IG Bönen die Meisterschaft streitig machen könnte. Richtig ruhig wurde es aber auch in dieser Saison nicht, denn im Winter musste Jürgen Welp das Ruder von Patrick Hund und Alexander Vogt übernehmen. Mit „Tülle“ Welp war aber endlich der richtige Mann zur richtigen Zeit gefunden, denn der Westfalenmeister von 1983 und 1985 vermochte es endlich „Ruhe“ in die Mannschaft zu bringen und unser Team auf die Saison 2018/2019 vorzubereiten. Spätestens seit den Verpflichtungen von Rouven Meschede und Dominik Giffey, die der WA am 23. Mai 2018 veröffentlichte, war nämlich eines klar: Wir wollen zurück in die Fußball-Bezirksliga.
Der Weg zurück ist unvergessen und wohl einmalig
Die Saison 2018/2019 startete mit drei Siegen und einem sagenhaften Torverhältnis von 22:2. Doch in der Folge verloren wir gegen den RW Unna II und den TSC Hamm und waren am 7. Spieltag gegen Eintracht Werne schon gehörig unter Druck. Eine Niederlage hätte den Abstand auf 7 Punkte hochgeschraubt. Seinerzeit war der Rückzug von RW Unna II noch kein Thema und der Werner Sieg und unsere Niederlage gegen RWU im Punktverhältnis noch sichtbar. Glücklicherweise behielten wir mit 2:0 an diesem regnerischen Sonntag die Oberhand. Am Ende war dieses Team auf dem Weg zur Meisterschaft nicht mehr aufzuhalten. Der Traum vom Aufstieg zerplatze allerdings dramatisch. Erst unterlagen wir der SG Massen 1:3 n.V. durch Tore in der 115. Minute und 120. Minute. Zudem verloren wir Dominik Giffey durch ein Handspiel und folgerichtigem Platzverweis. Das Hinspiel in Bielefeld glich einem Albtraum, der nach 90. Minuten mit 2:6 endete. Im Rückspiel reichte ein 3:0 Heimsieg bekanntlich nicht mehr aus um den Sprung in die Bezirksliga zu schaffen.
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All das wäre wohl auch zu schön gewesen, denn die Kita war bereits seit Januar eröffnet. In der StadionLounge wurden Heinjo und Petra gerade so richtig heimisch. Der Aufstieg an diesem Pfingstsonntag wäre wohl einfach etwas zu kitschig gewesen.
Umso erstaunlicher ist die Art und Weise wie sich unsere diesjährige Mannschaft präsentierte.
Durch die Verstärkungen von Phillip Grodowski, Justin Perschmann, Konstantin Rühl und Georgios Gkikas war die Last auf den Schultern des Teams natürlich enorm und der Aufstieg wurde fast zur Pflicht.
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Am ersten Spieltag gab es dann die erste Ernüchterung und es wurde klar, dass keine noch so namhafte Mannschaft einfach mal so durch die Kreisliga spazieren kann. Der BV 09 Hamm holte durch eine äußert engagierte Leistung einen hochverdienten Punkt im Marienstadion. Auch heute wissen sicherlich alle Zuschauer dieses Spiels, dass auch ein Sieg der Nordener verdient gewesen wäre. Der anschließende Geburtstag unseres Vereinsmitglieds Eckard Strickmann, zu dem natürlich alle nach der Partie pilgerten glich einer großen Expertenrunde, die den SVE schon hat scheitern sehen. Das Team um Rouven Meschede, Andre Joosten und Sascha Kirschstein hat sich aber fantastisch in die Saison gebissen. Es war zunächst auch nicht der schönste Fußball, aber das war mittlerweile egal, denn es zählten nur die Punkte. Und diese Punkte sammelte eine Mannschaft, die immer mehr zusammen gewachsen ist, Spieltag um Spieltag ein. Ein weiterer Schlüsselmoment auf dem Weg zur Meisterschaft war der Sieg gegen den Hammer SC am 6. Spieltag. Bei sonnigen Temperaturen war es ein echtes Topspiel, das wir dank eines Tores von Michler in der 90. Minute für uns entschieden hatten. Es ist zu bedenken, dass wir bereits nach 8. Minuten mit 2:0 führten um das Spiel anschließend aus der Hand zu geben und dann doch wieder für uns zu entscheiden. Es zeigte sich auch an diesem Sonntag wieder, dass wir zwar die notwendigen Punkte geholt hatten, aber auch noch einige Schwächten hatten. Als uns Eintracht Werne dann auch noch mit 3:0 auf unserem Kunstrasen geschlagen hatte waren alle Zweifel schnell wieder zurück. Nach einigen weiteren Siegen folgte ein Remis bei der SpVg Bönen. Wir standen nun auf Platz 2 und waren zwei Punkte hinter dem VfL Mark bei einem weniger absolvierten Spiel. Es war also knackig eng an der Kreisliga A Spitze. Am darauf folgenden Spieltag hatte der VfL Mark spielfrei, sodass wir die Tabellenführung übernehmen konnten und uns in eine komfortable Ausgangsposition zum nächsten Topspiel bringen konnten.
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Am 11. November war der VfL Mark zu Gast im Marienstadion und gleichzeitig spielten Bönen und Werne gegeneinander. Rückblickend ist es also der entscheidende Spieltag für die diesjährige Meisterschaft. In einem knappen Duell traf Gkikas kurz vor der Pause zur Führung. Der gerade eingewechselte Lorenz egalisierte (79.) ehe Marvin Sachweh (81.) und Konstantin Rühl (87.) das Spiel doch noch für uns entscheiden konnten.

Bis zur Winterpause konnte unser Team durch drei knappe Siege (1:0 SVF Herringen, 3:2 BV 09 Hamm und 2:1 TuS Uentrop I) den Punkteabstand halten. Zum Auftakt im Jahr 2020 waren es noch zwei Siege bis die Corona-Pandemie die Saison beendete und der Fußballverband Ende April verkündete die Kreisliga-Meister aufsteigen zu lassen. Ein steiniger Weg zurück in die Bezirksliga geht somit nach 2,5 Jahren zu Ende. Trainerwechsel, Neuanfänge, Kita-Neubau, StadionLounge-Eröffnung, Nicht-Aufstieg und Corona-Aufstieg. Die letzten 2,5 Jahre dürften alle Vereinsmitglieder so schnell nicht vergessen.

An dieser Stelle nochmal ein Riesenkompliment an alle Beteiligten. In dieser Saison waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort, der die Tabellenspitze gewesen ist.

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